Donnerstag, 28. Februar 2008

Sequoia National Park

Auf dem Rückweg von Las Vegas besuchte ich den Sequoia National Park in der südlichen Sierra Nevada. Dort erwarteten mich winterliche Straßenverhältnisse, strahlender Sonnenschein sowie natürlich die Sequoias.

Diese zur Familie der Zypressen gehörenden Bäume sind die größten der Welt. Nachdem ich etwa eine Stunde durch den Schnee gestapft war, erkundete ich den Rest der Parks per Fahrzeug.


General Sherman, ein Giant Sequoia: Der größte Baum der Welt nach Volumen

Ein beeindruckender Kontrast: Am Vortag fuhr ich durch eine karge und heiße Wüstenlandschaft, und heute befand ich mich inmitten eingeschneiter Gebäude und riesiger Wälder in einer winterlichen Gebirgsszenerie. Kalifornien hat viele Facetten.


Mittwoch, 27. Februar 2008

Las Vegas Fazit

Die Glitzerwelt von Las Vegas zieht den Besucher unweigerlich in ihren Bann. Das Angebot an Restaurants, Bars, Clubs und Zerstreuungsmöglichkeiten sucht wohl weltweit seinesgleichen. Gerade kulinarisch habe ich es mir an den vielen Buffets in den Casinos richtig gut gehen lassen. Für die Auswahl an Speisen, die dort geboten wird, sind die Buffets sogar richtig günstig (20 bis 25 $ beim Abendessen). Alles dient in Las Vegas nur einem Zweck - die Gäste zum Spielen zu animieren.

Ein weiterer Vorteil ist die Nähe zu den vielen Staats- und Nationalparks. Somit kann man perfekt einen Tag in der Natur mit dem abendlichen Unterhaltungsangebot der Großstadt kombinieren.

Und natürlich die Glücksspiele. Ich habe am letzten Tag nochmal 10 $ beim Craps verloren, insgesamt steht durch meine Einnahmen beim Blackjack aber weiterhin ein schönes Plus.

In diesem Zusammenhang kann ich die Lektüre des folgenden Buches auf jeden Fall weiterempfehlen:

  • Silberstang, Edwin: The Winner's Guide to Casino Gambling. Henry Holt and Company, Books, New York, 2005 (4).
Mehr als eine Woche hätte ich wohl nicht in Las Vegas verbringen wollen. Irgendwann wächst einem der Kitsch und der Hedonismus dort über den Kopf. Für einen Kurztrip ist Las Vegas aber ideal.

Auf dem Rückweg nach Kalifornien habe ich noch einen kurzen Zwischenstopp in der touristisch erschlossenen Geisterstadt Calico eingelegt.

Dienstag, 26. Februar 2008

Zion National Park

Heute habe ich den knapp 3 Stunden nordöstlich von Las Vegas im Staat Utah gelegenen Zion National Park besucht. Der Höhepunkt des Tages war eine Wanderung entlang des Canyon Overlook Trail.

Blick in den Canyon vom Endpunkt des Canyon Overlook Trail

Danach fuhr ich auf dem Zion-Mount Carmel Highway bis zum Ostende des Parks und wieder zurück.


Im Winter kann man außerdem den vom Zentrum des Parks nach Norden führenden Zion Canyon Scenic Drive mit dem eigenen PKW befahren. Der Park ist somit sehr gut zugänglich.


Montag, 25. Februar 2008

Grand Canyon West Rim

Das ganze Zimmer wollte zum Grand Canyon, also habe ich den Wagen mit einer Horde Nordmänner und einem Japaner beladen und wir sind zu besagtem Naturwunder gefahren. Zum West Rim genauer gesagt. Während der Süd- und der im Winter nicht zu erreichende Nordrand der Schlucht zum bekannten Grand Canyon National Park gehören, befindet sich der West Rim auf Indianergebiet. Allerdings ist er in knapp 3 Stunden von Las Vegas aus zu erreichen, zum Südrand würde man circa 5 Stunden brauchen.

Bekannt wurde der West Rim vor allem durch den dort errichteten Skywalk, eine in den Abgrund hinausragende, hufeisenförmige Glasbrücke, auf der man durch einen Glasboden direkt nach unten in die Schlucht sehen kann. Die freischwebende Konstruktion an sich ist durchaus beeindruckend.


Allerdings haben es die Hualapai-Indianer versäumt, neben der Hauptattraktion auch die restliche touristische Infrastruktur bereitzustellen. Allein die Wegbeschreibung in Erfahrung zu bringen war schon eine Herausforderung. Auch die Anfahrt gestaltete sich abenteuerlich - die letzten 11 Meilen führten über eine Staub- und Schotterpiste zum West Grand Canyon Airport, von dem aus die Touren starteten.

Geschäftstüchtig sind die Rothäute allemal. Parken am Wüstenflughafen 20$, Bustour zum Skywalk und Eagle Point 30$, Skywalk selbst nochmal 30$. Immerhin die Parkgebühr konnten wir teilen. Photos darf man auf dem Skywalk übrigens keine schießen - Sicherheitsgründe. Angeblich seien schon viele Besucher hinuntergefallen, als sie ein besonders schönes Motiv ablichten wollten und sich über die Brüstung lehnten. Außerdem würde das Glas verkratzen. Direkt daneben tut sich der Abgrund noch nicht mal durch ein Geländer gesichert auf. Photos auf dem Skywalk kann man von Winnetou höchstpersönlich machen lassen - für weitere 20$.



Dennoch war der Blick in die Schlucht überwältigend. Ein Naturwunder eben. Wer die Möglichkeit hat, sollte aber eher den Nationalpark am Süd- oder Nordrand besuchen.

Abends war ich natürlich wieder am Strip.



Ich habe mich bei ein paar Casinos im Spielerclub registrieren lassen. Im Planet Hollywood bekam man dafür sogar 10$ Spielkapital. Mein Gewinn beim Blackjack erreichte den zweistelligen Bereich.

Sonntag, 24. Februar 2008

Valley of Fire State Park

Nachdem ich am Freitag dem Tal des Todes getrotzt hatte, wagte ich mich heute auf einen Ausflug ins Tal des Feuers. Dieses liegt etwa 90 km nordöstlich von Las Vegas. Diese Tour war im Informationsmaterial zu Nevada, welches ich mir schon in San Francisco geholt hatte, empfohlen worden.

Das Tal besteht aus über Jahrtausende erodierten Sandsteinformationen. Ein faszinierender Ort.

Fire Canyon / Silica Dome

Wanderpfad nahe der White Domes

Samstag, 23. Februar 2008

Hoover Dam

Heute konnte ich endlich mal wieder deutsch sprechen. Ich war mit Herbert, einem um die Welt reisenden Österreicher, den ich auf der gestrigen Kneipentour getroffen hatte, am Hoover-Staudamm. Dieser liegt 50 Kilometer südöstlich von Las Vegas.



Durch den im Jahr 1935 fertiggestellten Damm wurde der mächtige Colorado gebändigt, dessen Fluten regelmäßig große Verwüstungen in den Anrainerstaaten anrichteten.

Hinter dem Damm liegt der Lake Mead, die Hauptwasserquelle Las Vegas und Südkaliforniens, insbesondere Los Angeles. Der Wasserspiegel ist allerdings auf dem niedrigsten Stand seit Jahren, was gut an dem weißen Ring zu erkennen ist. Für die Region ist das eine besorgniserregende Situation.


Das Wasserkraftwerk haben wir natürlich auch besucht.


Den Abend haben wir am Strip verbracht. Dort habe ich die ersten Dollars beim Blackjack gewonnen.

Bellagio

Paris

New York-New York

Freitag, 22. Februar 2008

Death Valley National Park

Wer dachte, Las Vegas biete sich ausschließlich zum Spielen an, der irrt. Durch die zentrale Lage eignet sich die Stadt auch hervorragend als Ausgangspunkt zu Touren zu den Naturschönheiten des Südwestens. Ein idealer Tag - tagsüber raus in die Natur fahren, am Abend das Unterhaltungsangebot in Las Vegas genießen.

Also machte ich mich heute in das Tal des Todes auf, eine riesige Wüstenlandschaft, in der sich zudem der tiefste Punkt Nordamerikas befindet - 86 m unter NN.


Im Winter sind die Temperaturen dort durchaus angenehm - um die 20 °C. An diesem Tag war es etwas bewölkt, und es fielen sogar einige Regentropfen.

Zabriskie Point

Der Höhepunkt war eine Fahrt über eine Schotterpiste zum sowie eine kurze Wanderung durch den Mosaic Canyon. Den Tipp hatte ich mir bei den Rangern im Besucherzentrum geholt.



Wieder zurück in Las Vegas, schloß ich mich am Abend einer Kneipentour der Jugendherberge an. Diese führte uns nicht an den Strip, sondern in die Innenstadt (Downtown), wo es auch ein reichhaltiges Angebot an Bars und Casinos gibt.

Donnerstag, 21. Februar 2008

Las Vegas Strip

Heute lief ich ein bisschen den Strip entlang. Auf diesen 4 Meilen befinden sich die prunkvollsten und bekanntesten Casinos und Hotels - beide Worte sind übrigens Synonyme in Nevada.

Die meisten Casinos sind zu einem bestimmten Thema, einem Motto, gestaltet. Zu diesem Thema werden alle nur denkbaren Klischees bedient. Nichts ist in Las Vegas zu kitschig, aber genau das verleiht der Stadt ein ganz besonderes Flair.

Die Ausmaße dieser Komplexe mit Restaurants, Einkaufsstraßen und aufwendigster Dekoration (Urwald im Foyer des Mirage, Statuen im Cesar's Palace, Kanäle samt Gondeln im Venetian usw.) sind nichtsdestotrotz beeindruckend.

Mirage

Caesar's Palace

Venetian

Paris

Die Stadt ist zudem auch planerisch ganz auf maximalen Geldfluss in die Casinos ausgelegt. So muss man, um die Einschienenbahn Monorail zu benutzen, praktisch an jeder Haltestelle durch ein Casino laufen, was natürlich zusätzliche Laufkundschaft zu den allgegenwärtigen Automaten bringt.

Auch sonst ist Las Vegas überaus fußgängerfeindlich ausgelegt und leidet an dem für den amerikanischen Südwesten typischen Problem des Urban Sprawl - das beste Verkehrsmittel am Strip ist das eigene Auto. Die Einschienenbahn ist lediglich ein schlechter Witz.

Abends sah ich mir die World's Greatest Magic Show an, für die ich am Vormittag schon eine Karte zum halben Preis gekauft hatte.

Mittwoch, 20. Februar 2008

Fahrt nach Las Vegas

Aus dem Ballungsgebiet um die Bucht von San Francisco führte mich heute eine Fahrt über gut 900 km durch die gigantischen Agrarflächen des fruchtbaren Central Valley über die Einöde der Mojave-Wüste Südkaliforniens in die Glitzerstadt Las Vegas nach Nevada.

Eine sehr lange und anstrengende, aber auch landschaftlich faszinierende und überaus kontrastreiche Fahrt.

In Las Vegas angkommen, schloß ich mich gleich ein paar Dänen auf dem Weg zum Strip an. Wir absolvierten das übliche Programm - Abendbüffet, Show (beides im Treasure Island) und Spielen - allerdings hielt ich mich mit Letzterem an meinem ersten Tag noch zurück.

Die neue Show im Treasure Island heißt Sirens of TI - einfach bei einem der Videoportale danach suchen.

Sonntag, 17. Februar 2008

Portland (2)

Wir haben den Tag für einen abschließenden Bummel durch Portland genutzt.




Außerdem nahmen wir ein etwas späteres Mittagessen bei Jake's Famous Crawfish ein, angeblich eines der 10 besten Seafood-Restaurants im Land.


Der geröstete Lachs mit Meerrettich und Kartoffeln war wirklich ausgezeichnet. Mit unvergesslichen Eindrücken aus Oregon machten wir uns abends auf den Weg zum Flughafen und zurück nach Oakland.

Freitag, 15. Februar 2008

Columbia River Highway

Heute mieteten wir einen Wagen und fuhren hinaus in die Natur. Unmittelbar östlich von Portland windet sich der oben erwähnte Highway entlang der Hänge des Columbia.


Besonders die zahlreichen Wasserfälle entlang des Flusses boten ein faszinierendes Naturschauspiel.

Multnomah Falls und -Lodge

An den Horsetail Falls wanderten wir auf Empfehlung des Autoverleihs eine gute Stunde den gleichnamigen Pfad entlang. Dieser führte uns direkt hinter die Wasserfälle und vorbei an moosüberwucherten Bäumen.



Anschließend besuchten wir den Bonneville Dam und die dortige Fischaufzucht. Menschliche Fischzähler führen dort Statistik über die vorbeiziehenden Arten, eine Aufgabe, welche noch nicht automatisch durchführbar ist.

Fischaufzucht

Wir fuhren bis nach Hood River auf der Oregon-Seite, überquerten dort den Columbia und machten uns am anderen Ufer durch den Staat Washington auf den Rückweg nach Portland.


Der Tag bestätigte einmal mehr, dass die wahre Schönheit der USA nicht in den Städten, sondern in der grandiosen Natur dieses Landes liegt.

Portland

Das Wochenende haben wir genutzt, um den pazifischen Nordwesten der USA und die Stadt Portland in Oregon zu besuchen. Von Portland hatten wir aus verschiedenen Quellen ausschließlich Positives gehört. Auch eine langjährige Bewohnerin der Stadt, die auf dem Flug neben uns saß, meinte, wer einmal in Portland gelebt habe, wolle dort nur ungern wieder weg.

Was an der Innenstadt Portlands sofort auffällt, sind die unzähligen Laubbäumen am Straßenrand. Auch wenn diese im Winter natürlich keine Blätter tragen, verleiht dies der Stadt eine sehr natürliche Atmosphäre. Staus, Hupkonzerte und Abgasprobleme gibt es hier ebenfalls nicht. Außerdem ist Portland explizit als Fahrradfahrer- und Fußgängerfreundliche Stadt konzipiert worden. Dem anderswo verbreiteten Problem des Urban Sprawl hat man hier gezielt entgegengearbeitet, so dass die Stadt sehr kompakt und dadurch gut zu Fuß zu erkunden ist.

Courthouse Square

Die Innenstadt weist den für amerikanische Städte typischen Schachbrettgrundriss auf, wirkt aber dennoch wie eine europäische Kleinstadt. Nichtsdestotrotz gibt es hier alle Annehmlichkeiten der Großstadt (Einkaufszentren, Restaurants, Bars etc).

Historic Waterfront

Wir liefen an diesem Tag durch die Innenstadt und zum Washington Park mitsamt des International Rose Test Garden, von dem die Stadt auch ihren Spitznamen hat - City of Roses.

Reservoir

International Rose Test Garden - im Sommer etwas farbenfroher

Abends suchten wir einen der Pubs im Pearl District auf und probierten einige der einheimischen Biere - in Portland nahm die Mikrobrauerei-Bewegung ihren Anfang.

Donnerstag, 14. Februar 2008

Mount Diablo

Oakland hat nicht gerade den besten Ruf in den Vereinigten Staaten, doch auch hier gibt es wirklich schöne Flecken - zum Beispiel in der Nähe von Pauls Haus.


Außerdem bin ich heute den Mount Diablo ein Stückchen hinaufgefahren, jedenfalls bis zur ersten Bezahlstation. Dort habe ich Reißaus genommen und bin wieder umgekehrt, auch weil ich die Serpentinen, die keine Leitplanken hatten, nicht in der Dunkelheit hinunterfahren wollte.


Im Winter kann man hier eine wunderbar grüne Hügellandschaft genießen.

Mittwoch, 13. Februar 2008

San Francisco

Dienstag am späten Abend kam ich, nach langem Flug über Salt Lake City, in San Jose an. In der Hauptstadt des Silicon Valley erwartete mich schon Paul. Nach kurzem Zwischenstopp bei In'n'Out Burger erreichten wir unser Haus in den Hügeln von Oakland.

Da Paul heute wieder zur Uni mußte, ließ ich mich an der BART-Station absetzen und nahm den Zug nach San Francisco. Vor kurzem war ich mir nicht sicher, ob Boston oder San Francisco die schönere Stadt sei. Nach dem heutigen Besuch in The City fällt das Urteil aber ziemlich eindeutig aus: Die Westküste liegt vorne.

Zwar habe ich Boston im Winter bei Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt besucht, während mich in San Francisco und der gesamten Bay Area herrlicher Sonnenschein bei ca. 20° C erwarteten. Aber die Hafenpromenade Embarcadero, Fisherman's Wharf und die Robben am Pier 39, der Blick über die Bucht nach Alcatraz und Angel Island, die hügeligen Straßen und natürlich die Golden Gate Bridge sind eben nur schwer zu überbieten.




Ein besonderes Juwel, gerade für auswärtige Besucher, ist das California Welcome Center am Pier 39. Von Landkarten Kaliforniens und Nevadas über Weinführer bis hin zu Stadtplänen findet der interessierte Tourist hier jegliches Informationsmaterial, das er benötigt. Einen solchen Service habe ich bisher in keiner anderen Stadt hier erlebt.

Nachdem ich die gesamte Hafenpromendade bis hinauf zum Fort Mason entlanggelaufen war, kehrte ich zum Pier 39 zurück, um eine Spezialität zu genießen, die es mir schon in Boston angetan hatte: New England Clam Chowder. Den gibt es nämlich auch in Nordkalifornien.

Dann fuhr ich mit einem rasenden Busfahrer in die Innenstadt, suchte den im vorangegangenen Eintrag bereits erwähnten Apple Store auf und schlenderte zum Union Square. Die letzte Station des Tages war ein abendlicher Abstecher zum Ferry Building.


Mittlerweile war es auch ziemlich frisch geworden, und vom Wasser wehte eine steife Brise herüber.

Abschied von Princeton

Sitze gerade in einem großen Obstladen in San Francisco.


Am Montagabend fand mein Abschiedsessen in Princeton statt. Dinner bei Chili's, danach ließen wir den Abend im Winberie's ausklingen.

Princeton selbst und ganz besonders die vielen Leute, die ich während meiner 5 Monate dort getroffen habe, werden mir definitiv fehlen. Ich hoffe, dass wir über Facebook den Kontakt nicht ganz abreißen lassen.

Euch allen weiterhin viel Spaß und alles Gute im kühlen Osten!

Donnerstag, 7. Februar 2008

Alles super

Nach dem Super Bowl am Super Sunday stand in dieser Woche auch noch der Super Tuesday auf dem Programm. Hiermit sind die parteiinternen Vorentscheidungen für die Präsidentschaftswahl im November gemeint. Diese werden auf Ebene der einzelnen Staaten abgehalten.

Legten ursprünglich nur einige Südstaaten ihre Vorwahltermine zusammen, um den regionalen Einfluss zu stärken, werden mittlerweile am Superdienstag Wahlen in beinahe der Hälfte aller US-Staaten durchgeführt.

Diese Vorwahlen der beiden großen amerikanischen Parteien kann man sich wie einen öffentlichen Parteitag vorstellen. Während die Volksparteien in Deutschland ihre Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers mehr oder weniger hinter verschlossenen Türen auf ihren Parteitagen ausmauscheln, kann in den USA im Prinzip jeder Bürger bei jeder der beiden Parteien über den Kandidaten für die Präsidentschaftswahl mitentscheiden. In manchen Staaten muss man sich dafür kurzfristig als Parteimitglied registrieren lassen, in anderen geht man einfach so an die Urnen. Die Parteitage selbst sind typischerweise reine Krönungsveranstaltungen.

Das System hierzulande ist wesentlich direkter und demokratischer als in Deutschland. Einzig lästiger Nebeneffekt ist die Omnipräsenz des Superdienstags in den zahlreichen "Nachrichtensendern". Zum Glück schaue ich kein amerikanisches Fernsehen.

Ein guter Indikator sind übrigens die Quoten der Buchmacher, z. B. bei Paddy Power.

Montag, 4. Februar 2008

Super Bowl XLII

Auch ein amerikanischer Sportfan ist auf ein Mindestmaß an humanistischen Kenntnissen angewiesen, etwa wenn er wissen möchte, zum wievielten Mal der Super Bowl ausgetragen wird. So sind wir denn gestern zur 42sten Auflage des Endspiels der NFL-Meisterschaft nach New York gefahren. Schließlich stand mit den New York Giants eine Mannschaft unserer Region den New England Patriots aus Boston gegenüber.

Zunächst nutzte ich das schöne Wetter aber, um noch einmal mit der Staten Island Fähre zu fahren und ein bisschen durch Battery Park City zu laufen. Bei 10° C und strahlendem Sonnschein herrschten beste Bedingungen.


Ein Sinnbild Amerikas

Um 17:30 trafen wir uns schließlich im Pub Stout nahe des Madison Square Garden, um dort das Spiel anzuschauen. Ich hatte vorher noch kein American Football Spiel im Fernsehen gesehen und war überrascht und zugleich schockiert angesichts der Unmenge an Werbeunterbrechungen. Sollte der FIFA kein Einhalt geboten werden, droht ein ähnliches Schicksal vielleicht auch eines Tages dem Fußball.

Dieses Phänomen ist schon im Urban Dictionary unter dem Stichwort "superbowl" erwähnt:

30 second clips of men running in between commercials.

Person 1: Who do you think will win the Superbowl?
Person 2: What's that? Oh, those men running in between the commercials?


Das Spiel an sich war aber gerade im letzten Viertel hochklassig, nach Auskunft einiger Experten wird American Football nicht mehr besser und spannender. Die beiden hervorragenden Teams konnten auch einen Ivy League-gebeutelten Zuschauer wie mich in ihren Bann ziehen.

Nachdem unsere Giants den Sieg perfekt gemacht hatten, war die Stimmung im Pub und auf den Straßen unbeschreiblich, in Ansätzen wie während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland - wenn auch mit weniger Leuten. American Football findet, wie das Gros des sozialen Lebens, traditionell im privaten Bereich statt.

(*)

Beim Durchstöbern der Spielberichte bin ich heute noch auf diesen Ausschnitt gestoßen. Da haben sich die Spielverderber wohl zu früh gefreut:

Officials closed some Boston streets and restricted alcohol sales during the game in an effort to control an expected celebration.

Quellen:

Samstag, 2. Februar 2008

Subway

Wir New Yorker lieben unsere U-Bahn, auch Subway genannt. Ich habe bisher noch in keiner Stadt ein so weitreichendes, einfach zu verstehendes und vor allem rund um die Uhr verfügbares U-Bahnsystem gesehen. Das fängt bei der genial einfachen Tarifstruktur an: Eine Fahrt kostet 2 Dollar, egal von wo nach wo, mit beliebig vielen Anschlusszügen. Kein Tarifwirrwarr. Niemand kann sich in New York verfahren, die Züge fahren entweder Uptown & Bronx / Queens oder Downtown & Brooklyn. Man muss nicht die Endhaltestellen 10 verschiedener Linien kennen. Vom unbeschreiblichen Fahrgefühl und der Gesamtatmosphäre ganz zu schweigen.

In anderen Städten macht man sich lustig über den Schmutz und die Ratten im New Yorker Untergrund. Zwar sind die Züge in Washington DC sauberer, Ratten gibt es aber nur deshalb dort nicht, weil das U-Bahnnetz ohnehin so klein ist, dass die Ratten einen Buckel bekämen, würden sie sich dort unten aufhalten.

In Toronto muss man erst irgendwelche Jetons kaufen und diese dann zum Betreten des Systems in einen Schlitz am Drehkreuz werfen. Automaten hierfür gibt es längst nicht an jeder Station. Wer mit einem Tagesticket die U-Bahn nutzen will, muss in einer langen Schlange warten und das Ticket dann einem Angestellten unter die Nase halten, um hineinzukommen.

Den Vogel schießt jedoch Boston ab. Zwar ist U-Bahn fahren dort ziemlich günstig, allerdings sollte man genau wissen, wohin man fährt. Inbound, Outbound, Northbound, Southbound, Eastbound, Westbound oder gleich der Name der Endhaltestelle sind an den Stationen angeschrieben. Die Heterogenität der Beschilderung lässt die Suche nach der richtigen Fahrtrichtung ziemlich abenteuerlich werden. Das Streckennetz tut ein Übriges, es gibt keine zentrale Station für alle 4 Linien, sondern 4 Stationen mit maximal zwei Linien. Häufiges Umsteigen und Warten ist dem Reisenden gewiß.

Das Beste sind in Boston jedoch die Züge, welche auf halber Strecke einfach umkehren und einen wieder dorthin fahren, wo man eingestiegen ist.