Freitag, 30. November 2007

Einheitensystem

Was haben Länder wie die USA, Liberia und Burma (mal abgesehen von der Todesstrafe) gemeinsam? Richtig, sie verweigern sich bisher störrisch der Einführung des metrischen Systems. Sogar die einstige Bastion des imperialen Systems, Großbritannien, ist im Begriff zu fallen.

USA:

  • 12 inches = 1 foot
    3 feet = 1 yard
    1760 yards = 1 mile

  • 16 dram = 1 ounce
    16 ounces = 1 pound
    2000 pounds = 1 (short) ton
    (und das sind dann gerade mal 907,18474 kg)

  • 16 fluid ounces = 1 (liquid) pint
    2 (liquid) pints = 1 (liquid) quart
    4 (liquid) quarts = 1 gallon

Rest der Welt:
  • 1000 mm = 1 m
    1000 m = 1 km

  • 1000 mg = 1g
    1000 g = 1 kg

  • 1000 ml = 1 l
    100 l = 1 hl (Hektoliter)
    Den Kiloliter gibt es nicht, dennoch wäre sofort klar, dass er aus 1000 l bestehen würde.

Daraus dürfte zweifelsfrei hervorgehen, warum das metrische System dem imperialen turmhoch überlegen ist. Es hat sich nicht ohne Grund beinahe überall auf der Welt durchgesetzt.

Montag, 26. November 2007

Kanada - Fazit

Im Rahmen einer Diskussion um den Standort Deutschland wurde im Jahr 2005 Österreich als das „bessere Deutschland“ präsentiert. Eine ähnliche Analogie lässt sich auch zwischen Kanada und den USA herstellen - diesmal allerdings in kultureller Hinsicht.

In Kanada ist deutlich spürbar, dass das Land 2 Jahrhunderte länger europäischem Einfluß ausgesetzt war - die letzten Bindungen zur britischen Krone wurden erst 1982 gelöst. Angefangen bei einem zeitgemäßen Einheitensystem mit km/h und °C bis hin zu einer europäischen Ess- und Ausgehkultur hat das dem Land nur gut getan, wie in Toronto deutlich zu sehen ist.

Es haben sich urige Pubs erhalten, in denen keine aufdringlichen Fragen am Eingang (ID, please) gestellt werden. In den vielen kleinen, familiengeführten Restaurants kann man auch nach dem Essen noch etwas sitzen bleiben und wird nicht von einem mit der Rechnung heranstürmenden Kellner hinauskomplimentiert. Die Stadt wirkt bei weitem nicht so seelenlos wie viele amerikanische Großstädte, sondern verwöhnt den Besucher mit einer wunderbar freundlichen und lebendigen Atmosphäre.

Kanada ist in jedem Fall eine Reise wert.

Sonntag, 25. November 2007

Horseshoe Falls

Während die Daheimbleiber das allenfalls mittelklassige Frühstück im Clarion-Hotel einnahmen, schlief ich noch die Folgen der letzten Nacht aus.


Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Prince Edward Viaduct, um von dort einen letzten Blick auf Toronto zu werfen. Ich zog allerdings den Besuch einer Pizzeria vor, um den Tag gleich mit einer anständigen Mahlzeit zu beginnen.

Danach machten wir uns wieder auf den Rückweg und hielten auf dem Queen Elizabeth Way nahe der Ortschaft Grimsby an, um von dort noch einmal zum Ufer des Ontariosees zu laufen.


Der nächste Zwischenstopp waren die Horseshoe Falls, also jener Teil der Niagarafälle, dessen Besuch wir am Donnerstag aufgrund des nebligen Wetters verschoben hatten. Ich war von der Anmut der Natur dort sehr beeindruckt, allein die Gischt, welche die in die Tiefe rauschenden Wassermassen aufspritzen ließen, war schlicht überwältigend.


Direkt an die Niagarafälle hat man übrigens eine Art Klein-Las Vegas mit Casinos, Hard Rock Cafe und vielen Restaurants und Souvenirgeschäften gebaut. Einerseits angewidert vom Kommerz als Trittbrettfahrer der Naturschönheit, andererseits aber auch mit einem Kribbeln in den Fingern beim Anblick der Casinos, hinterließen die Spielhöllen bei mir ein ambivalentes Gefühl.


Wir gönnten uns natürlich das volle Programm, inklusive Ausblick vom Skylon Tower (2 XLerators auf den Toiletten) sowie einer Tour hinter die Fälle (Behind The Falls), bestehend aus einer Aussichtsplattform auf Höhe des Flusses sowie einem Gang, welcher wirklich direkt hinter die herabbrausenden Wasserfälle führte.



Um 18 Uhr kehrten wir Oberkanada den Rücken und machten uns auf den Heimweg, hielten nach sehr zügigem und problemlosen Grenzübertritt noch bei einem Burger King im Staate New York (ein nicht so stark frequentiertes Lokal, wie an den niedrigen Preisen abzulesen war) und erreichten schließlich gegen 3 Uhr in der Früh wieder das heimische Princeton.

Quellen:

Samstag, 24. November 2007

Toronto (2)

Am Samstag war es geringfügig wärmer, aber auch bewölkter als am Vortag. Wir fuhren zuerst mit einer Fähre nach Ward's Island, inspizierten von dort aus die Skyline Torontos und spazierten etwas am See entlang.


Nun begaben wir uns, dem City Pass sei Dank (ein Sammelticket für sechs der Hauptattraktionen Torontos, halb so teuer wie die Summe der einzelnen Eintrittspreise) zur Hockey Hall of Fame. Hockey bedeutet übrigens immer Eishockey, wie mir mein kanadischer Mitbewohner einbläute. Luftpumpen-Sportarten wie Feldhockey sind in Kanada nämlich verpönt. Dort gab es den hässlichen Stanley-Cup zu sehen sowie eine Schlange Kanadier, die sich vor dem Pott von einen Fotografen ablichten ließen (um danach für wahrscheinlich sündhaft teures Geld die Bilder zu kaufen).


Interessanter war da schon das Video der härtesten Kollisionen beim Eishockey. Nicht zu verachten ist auch der internationale Teil der Halle mit Informationen zu den großen Turnieren wie Weltmeisterschaft und olympischen Spielen. Übrigens haben es auch einige Deutsche und ein Österreicher in die Hall of Fame geschafft, von denen ich aber keinen kannte. Man wird im Allgemeinen aber auch erst einige Jahrzehnte nach dem Ende der aktiven Karriere in diesen elitären Kreis aufgenommen.

Anschließend stand der Höhepunkt Torontos auf dem Plan - der CN Tower. Es handelt sich hierbei um den mit 553.33 m höchsten Turm der Welt. Nach etwa 45-minütigem Schlange stehen (was relativ kurz ist) erreichten wir die erste Aussichtsplattform auf 330 m Höhe. Dort gab es einen fantastischen Rundumblick auf Toronto und in einem Glass Floor genannten Bereich die Möglichkeit, auf Glasplatten stehend direkt nach unten zu sehen. Diese Platten halten mit 4100 kPa einer mindestens ebenso hohen Belastung stand wie Beton. Natürlich nahmen wir auch den Aufzug in den 447 m hoch gelegenen Sky Pod, um bei der mittlerweile einsetzenden Dunkelheit die Aussicht auf das nächtliche Toronto zu genießen.


Danach aßen wir im St. Louis Bar & Grill zu Abend und konnten eine weitere Attraktion Torontos bewundern. Auf den Toiletten hat man dort einen 800 PS starken, von einer Flugzeugturbine angetriebenen Händetrockner vom Modell XLerator installiert, welcher feuchte Hände innerhalb von 15 Sekunden trocknet und dabei einen Sound liefert, der 90% der amerikanischen Automobile alt aussehen lässt.


Wir liefen dann noch ein bisschen durch die Innenstadt, kauften etwas im selbst ernannten größten Buchladen der Welt (World's Biggest Bookstore) ein und suchten das Hardrock Cafe Torontos auf.


Nach so viel Stadtbesichtigung ging es erstmal zurück ins Hotel, welches meine Mitreisenden an diesem Abend auch nicht mehr verließen. Ich begab mich jedoch kurze Zeit später noch in den Entertainment District um die Richmond Street, wo sich ein Club an den anderen reiht und durch die vielen Nachtschwärmer eine pulsierende Atmosphäre entstand. Im Montana Club traf ich Ansgar, einen Kommilitonen aus Nürnberg. Früh am Morgen fuhr ich mit dem Taxi zurück zum Hotel.

Quellen:

Freitag, 23. November 2007

Toronto (1)

Am Freitag hatte es zwar aufgehört zu schneien, aber es war mit -4° C immer noch ziemlich kalt. Die gefühlte Temperatur lag sogar noch um einige Grad unter diesem Wert. Daher hielten wir uns in einem ausgeklügelten Rhythmus abwechselnd drinnen und im Freien auf.


Vom Hotel aus liefen wir zunächst zum Casa Loma, dem Privatschloß Sir Henry Mill Pellatts, eines wohlhabenden Finanzinvestors und Armeeoffiziers.


Das Haus wurde erst 1914 fertiggestellt, und obwohl es einen gewissen herrschaftlichen Charme versprühte, konnte es einen Besucher aus einem Land wie Bayern mit Schlössern wie etwa Nymphenburg nur leidlich beeindrucken.


Immerhin gab es auf dem Anwesen auch Stallungen, die über einen unterirdischen Gang mit dem Haus verbunden waren. Casa Loma beherbergt auch ein kleines Museum der kanadischen Armeeeinheit The Queen's Own Rifles of Canada, deren Kommandeur Pellatt einst war. Dort gab es einige alte Waffen und Exponate, vor allem aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, zu sehen.

Vom Casa Loma aus begaben wir uns in das Studentenviertel The Annex zur Universität Torontos. Eine überaus lebendige Gegend erwartete uns mit vielen Kneipen, Buchhandlungen und kleinen Geschäften.




Anschließend besuchten wir das Royal Ontario Museum, das von außen wie auch von innen durch seine spektakuläre Architektur glänzte. Nachdem ich im Eiltempo die völkerkundlichen Sammlungen durchgesehen hatte, konnte ich noch die letzten Klänge eines Konzerts im Foyer genießen. Ein grandioser Bau, auch wenn mich die eigentlichen Ausstellungen nicht so sehr interessierten.



Den Tag beendeten wir mit einem Abendessen beim Mexikaner und einem Abstecher in die brechend volle Studentenbar The Green Room im oben beschriebenen Viertel. Wir bekamen schließlich einen Tisch im Obergeschoß, welches mich irgendwie an einen großen Dachboden erinerte. Keine Dauerberieselung mit US-Sport von unzähligen Bildschirmen, dafür ausgezeichnetes Moosehead Bier und sehr gute Stimmung.

Quellen:

Donnerstag, 22. November 2007

American Falls, Toronto

Nach einer zügigen, achteinhalbstündigen Fahrt erreichten wir gegen 14:30 den Niagara Falls State Park im US-Staat New York. Was wir nicht wussten war, dass an Thanksgiving sogar die Fast Food Restaurants an der Autobahn spätestens mittags schließen, und so mußte ich mich mit einem amerikanischen Frühstück anstelle des standesgemäßen Hamburgers begnügen. Mit einigermaßen hungrigem Magen besichtigten wir dann zunächst die American Falls. Dummerweise hatte ich sowohl Handschuhe und Mütze im Auto vergessen, und auf dem Aussichtsturm wehte ein rauher Wind.


Zur Erklärung: Der Fluß in dieser Gegend heißt Niagara, und unter den Niagarafällen versteht man sowohl die American Falls in den USA als auch die wesentlich imposanteren Horseshoe Falls auf kanadischer Seite. Da es an diesem Tag sehr neblig war, beschlossen wir direkt nach Toronto weiterzufahren und die Horseshoe Falls auf der Rückreise zu besuchen.


Auf dem weiteren Weg wurde der anfangs noch leichte Schneefall zunehmend stärker und sorgte für einige Verzögerungen auf dem Queen Elizabeth Way (Autobahn) nach Toronto. Dafür entschädigte uns aber eine schöne Winterlandschaft.

In Toronto angekommen, begaben wir uns direkt nach der Ankunft im Hotel auf die Suche nach einem Restaurant. Toronto gilt als eine der Essenshauptstädte Nordamerikas, und so dauerte es nicht lange, bis wir vor einem griechischen Restaurant standen. Nachdem uns ein Passant mit einem "Get in boys, it's good" überzeugt hatte, betraten wir das Restaurant und wurden nicht enttäuscht. Das traditionall geschnittene Gyros (aus Schweinefleisch) war sowohl qualitativ als auch quantitativ hervorragend.

Anschließend suchten wir noch ein Pub in der Nähe des Hotels auf. Dort erwartete uns eine wunderbar britische Atmosphäre mit holzvertäfelten Wänden und loderndem Kaminfeuer. Nach einigen Lagerbieren der wirklich guten einheimischen Marke Canadian beschlossen wir den Abend mit einem Glas exzellenten Glenlivet Single Malt Scotch Whiskys.

Quellen:

Mittwoch, 21. November 2007

Toronto und Niagara

In den USA ist morgen Erntedank, und wir werden die Gelegenheit nutzen, uns 4 Tage nach Kanada abzusetzen. Werde am 26.11. zurück sein.

Samstag, 17. November 2007

Anatomie

Máté und ich waren gestern in New York, um nach den hedonistischen Ausschweifungen der vergangenen Tage wieder der Wissenschaft und Kunst zu huldigen. Wir begannen den Tag mit dem Besuch der Ausstellung Bodies, die, ähnlich wie das Original Körperwelten von Professor von Hagens, anhand plastinierter Exponate (konservierte Körper echter Menschen, sog. Körperspender) die menschliche Anatomie erläutert. Die Ausstellung war hervorragend aufgebaut, besonders beeindruckend waren der Vergleich einer Raucher- mit einer Nichtraucherlunge sowie die Entwicklungsstadien menschlicher Embryonen / Föten. Jetzt weiß ich endlich, warum die Personalabteilung (nicht nur bei Siemens) auch Human Resources heißt.

Nach einem Zwischenstopp bei Burger King am Times Square begab ich mich zum neuesten Projekt des britischen Künstlers Damien Hirst im Foyer des Lever House. Wer als Avantgardist nicht gerade Autoabgase in eine Synagoge pumpt (wie Santiago Sierra 2005 in Köln), dem ist der Applaus des Feuilletons gewiß, was auch immer er unter Kunst versteht. So wurde ich durch einen Artikel im Blättchen meiner Heimatstadt auf Hirsts neuestes Werk aufmerksam, das unter anderem aus den in Formalin eingelegten Körpern von 30 Schafen und einem Hai sowie einer Tafel mit einem rudimentären Stück BASIC-Code bestand. Die Installation trägt den etwas sperrigen Titel "School: The Archaeology of Lost Desires, Comprehending Infinity, and the Search for Knowledge".

Ich muß an dieser Stelle zugeben, das Kunstwerk zunächst unterschätzt zu haben. Voyeurismus sowie der Drang, die neueste fixe Idee zu sehen, die man jetzt schon als Kunst bezeichnet, trieben mich in erster Linie dorthin. Allerdings hat mich die Liebe zum Detail dann doch beeindruckt, man konnte auch nach einiger Zeit immer wieder etwas neues entdecken. Etwa die rückwärts laufenden Uhren über den an der Seite stehenden Arzneimittelschränken oder die Aschenbecher, die unter jedem der Kadaver platziert waren. Auch die peinlich genaue Anordnung sowie einheitliche Gestaltung der Tische (totes Schaf, in einer Ecke Wasserglas, in der anderen Ecke ein Häufchen Sand) haben mir gefallen. So kann ich einen Besuch im Lever House nachträglich auf jeden Fall weiterempfehlen.





Ein Besuch in Brooklyn und ein abendlicher Spaziergang über die Brooklyn Bridge zurück nach Manhattan beendeten einen weiteren Tag im Big Apple.

Links:

Freitag, 16. November 2007

Hiro Ballroom - Moby

Gestern waren wir mal wieder in New York unterwegs, diesmal auf einer Party im Hiro Ballroom, bei der auch Moby höchstpersönlich auflegte. So begaben wir uns abends zu sechst, schön gleichmäßig auf 2 Autos verteilt, in den Big Apple. Um 23:00 trafen wir am Club ein, und uns erwartete eine 50m lange Schlange, die sich noch dazu um die Straßenecke wand. Allerdings kamen wir erstaunlich schnell hinein, von Vorteil war auch, die Karten bereits im Vorverkauf erworben und somit 75% des Preises eingespart zu haben.

Nachdem wir die Bar etwas inspiziert hatten, begaben wir uns auf die Tanzfläche, und gegen 0:30 begann der Meister höchstpersönlich aufzulegen. Die nächsten Stunden konnten wir einen meiner fachkundigen Meinung nach sehr guten Techno-Mix genießen. Insgesamt ein überaus gelungener Abend in mondänem Ambiente - der Hiro Ballroom macht wirklich was her.

Moby (Photo: Máté)

Wir (Photo: Ivan)

Nach äußerst kurzer Nachtruhe ging es am nächsten Tag wieder zur Arbeit, wo mich mittags allerdings ein überaus schmackhaftes Büffet erwartete: Zum "Pot Luck Luncheon" hatte jeder etwas zu Essen mitgebracht, sozusagen eine kulinarische Reise durch die Heimatländer der hiesigen Mitarbeiter, von Sushi bis Lasagne. Ich konnte die Schweinebraten-Gruppe leider nur finanziell unterstützen, aufgrund oben erwähnter Abendaktiviäten.

Montag, 12. November 2007

Feiertag

Heute war hier endlich mal wieder ein Feiertag - der Veterans Day. An diesem Tag ehrt Amerika seine Kriegsveteranen. Was habe ich also mit all der Freizeit angefangen?

Gar nichts. Es gab nämlich keine Freizeit. Nur die Tatsache, dass es sich um einen Feiertag handelt, kümmert Siemens (und den Großteil der anderen Firmen hierzulande) herzlich wenig - es wird trotzdem gearbeitet. Frei gibts nur bei Banken, der Post und im öffentlichen Dienst.

Wie üblich hat der Amerikaner auch hierfür ein kurzes und prägnantes Wort - Observance. Der Veterans Day ist einer der Feiertage, die nicht beachtet werden.

Quellen:

Sonntag, 11. November 2007

Heute im Stadion

Das Wochenende stand ganz im Zeichen des Passivsports. Den Anfang machten wir am Samstag mit dem Besuch des American Footballspiels der Princeton Tigers gegen die Yale Bulldogs. Diesmal waren wir eine wirklich große Gruppe - um die zwanzig Siemens-Praktikanten. Das Spiel sollte um 13 Uhr beginnen, doch wir trafen uns bereits zwei Stunden vorher auf dem Parkplatz zum Grillen - ein gutes Gefühl, den Tag mit einem Hamburger zu beginnen, und gleichzeitig der Höhepunkt der gesamten Veranstaltung. Der Parkplatz vor dem Powers Field war ziemlich voll, da die meisten amerikanischen Footballfans das vorherige Barbecue ausgiebig zelebrieren - es ist beinahe wichtiger als das eigentliche Spiel.

Photo: Máté

Zu letzterem gibt es nicht viel zu sagen; welch spannende Angelegenheit American Football ist, habe ich an anderer Stelle bereits beschrieben. Im Stadion herrschte die Atmosphäre eines lockeren Familienpicknicks: Kinder tollten auf den Bänken herum, die Erwachsenen waren mit Essen oder Plaudern beschäftigt. Die unwichtigste Nachricht dieses Nachmittags: Princeton bekam von Yale mit 6-27 die Hucke voll.

Den Abend verbrachten wir auf einer Bowlingbahn, wo wir uns aufgrund der unerhörten Preise jedoch für Poolbillard entschieden.

Am Sonntag besuchte ich dann ein Basketballspiel, es traten die Princeton Tigers gegen die Blue Devils der Central Connecticut State University an. Ein unterhaltsames Spielchen entwickelte sich, bei welchem die Tigers letztendlich mit 59-57 hauchdünn die Oberhand behielten. Auf Dauer ist mir aber auch Basketball zu langweilig, aufgrund der ständigen Unterbrechungen und des rhythmischen, vorhersehbaren Spielablaufs kommt höchstens in der letzten Minute Spannung auf.

Nach dem Standfußball am Samstag und dem gerade zu Ende gegangenen körperlosen Sport musste ich den Tag noch mit einer richtigen Sportart ausklingen lassen. Es war mittlerweile 16 Uhr, und auf dem Powers Field neben der Basketballhalle begann das Spiel der Princeton Tigers gegen die Yale Bulldogs. Fussball - the beautiful game. Unterbrechungsfreier Spielfluss, Atmosphäre im Stadion.

Allerdings hat sich beim Fussball hierzulande eine Unsitte eingeschlichen: Eine ständig eingeblendete Uhr zählt in jeder Halbzeit 45 Minuten nach unten. Die Halbzeit endet exakt dann, wenn die Uhr (in der letzten Minute auf die Zehntelsekunde genau) abgelaufen ist. Es gibt somit keine Nachspielzeit. Die letzten 10 Sekunden wurden vom Stadionsprecher obendrein noch laut heruntergezählt, und das Pausensignal war nicht etwa ein Pfiff des Schiedsrichters, sondern eine Hupe wie beim Eishockey.

Insgesamt zeigten beide Mannschaften sowohl hohe Laufbereitschaft als auch vorbildlichen Einsatzwillen, allerdings waren etliche technische und spielerische Defizite nicht von der Hand zu weisen. Man kann dem Spiel somit höchstens Landesliga-Niveau zugestehen, besonders die Abschlußschwäche der Princeton Tigers muss als eklatant bezeichnet werden. Die erste und große Teile der zweiten Halbzeit plätscherten eher uninspiriert dahin, bis die Bulldogs in der 78. Minute den überfälligen Führungstreffer erzielen konnten. Brad Rose musste den Ball nach wildem Gestochere im Strafraum nur noch aus kurzer Distanz zum 1:0 einschießen. Die Hintermannschaft der Tigers erweckte in dieser Szene den Eindruck eines aufgescheuchten Hühnerhaufens. Princeton ließ in der Folge eine weitere Großchance zum Ausgleich ungenutzt. In der 90. Minute fiel dann die Entscheidung, als Kevin Pope einen schönen Konter zum verdienten 2:0 Endstand für die Bulldogs abschloß.

Ein Wort noch zur Stimmung bei den jeweiligen Sportarten: Beim Fussballspiel am Sonntag fand sich nur ein Bruchteil der Zuschauer des samstäglichen American Footballspiels ein, dazu herrschten, gerade in der zweiten Hälfte, niedrigere Temperaturen als am Vortag. Dennoch war die Atmosphäre im Stadion um Welten besser. Echte Fans eben.


Zur Stimmung beim Basketball nur dieses Zitat des Hallensprechers:

Bitte nehmen Sie beim Jubeln Rücksicht auf die Zuschauer um Sie herum und vermeiden Sie abfällige Kommentare. Bei Zuwiderhandlung werden Sie der Halle verwiesen.

Allen Abteilungen der Princeton Tigers und ihren jeweiligen Gegnern herzlichen Dank für dieses sportliche Wochenende!

Donnerstag, 8. November 2007

Benzinarithmetik

Laut eines Zeitungsberichtes kostet der Liter Superbenzin in Deutschland heute durchschnittlich 1,47 €. Daher an dieser Stelle ein Vergleich mit New Jersey:

  • Preis an der Tankstelle: 2,89 $ pro Gallone, brutto.
  • 1 U.S. liquid gallon = 3,79 l

  • (2,89 $ / 3,79 l) * 0,68 € / $ = 0,52 € / l
  • 35% des deutschen Preises
Die Angaben beziehen sich allerdings auf die in den USA gebräuchlichste Sorte Regular, die mit 91 Oktan unter dem Wert von Euro-Super mit 95 Oktan liegt.

In New Jersey ist Kraftstoff landesweit am günstigsten. Das liegt einerseits an der Nähe zu New York und den dortigen Raffinerien, vor allem aber an der vergleichsweise niedrigen Mineralölsteuer.

Samstag, 3. November 2007

Delaware Water Gap

Die heutige Exkursion führte mich in das oben genannte, knapp 2 Stunden nordwestlich von Princeton gelegene Naherholungsgebiet. Dort angekommen, wanderte ich erst einmal zur Spitze des Mount Tammany und genoss unterwegs die schöne Aussicht.


Da die Wanderung insgesamt knapp 3 Stunden gedauert hatte, beschloss ich den Rest des Parks auf amerikanische Art, sprich durch die Windschutzscheibe, zu besichtigen. Glücklicherweise ist der Park strategisch günstig entlang der US 209 platziert, so dass er sich mit dem Auto wirklich ausgezeichnet erkunden lässt. Das funktioniert folgendermaßen: Man fährt die Straße entlang und hält Ausschau nach Schildern mit der Aufschrift Visitor Center. Ein solches Schild bedeutet, dass es ein schönes Stück Natur und unmittelbar davor einen Parkplatz gibt. Diese Strategie führte mich zu den Wasserfällen Dingman's Falls und Raymondskill Falls.

Raymondskill Falls

Anschließend kam mir der Zufall zu Hilfe - eigentlich wollte ich im Norden des Parks schon umwenden und wieder zurückfahren, aber eine verpasste Wendemöglichkeit brachte mich zur Grey Towers National Historic Site. Es handelt sich dabei um das Anwesen des ersten Leiters der US-Forstbehörde und zweimaligen Gouverneurs von Pennsylvania, Gifford Pinchot. Ein überaus geschmackvolles Haus im Stil eines französischen Château mit einem großen Garten und einer Menge Bäume.



Besonders der in einem von Efeu überrankten Pavillon untergebrachte Finger Bowl hat es mir angetan.


Danach fuhr ich zur Sunset Hill Shooting Range, um dort meine durch den zweiten Verfassungszusatz garantierten Rechte wahrzunehmen. Diese zu finden gestaltete sich einfach - der Kugelhagel war nicht zu überhören. Im mit einem Fahndungsplakat von Osama Bin Laden dekorierten Büro musste ich zuerst etwas Papierkram erledigen. Dann wurde ich von meinem Einweiser empfangen. Schwarzer Pullover, schwarze, verspiegelte Sonnenbrille und schwarze Mütze - er passte perfekt ins Ambiente. Service und Beratung waren erstklassig - sowohl bei den Sicherheitsregeln, die jederzeit an erster Stelle standen, als auch bei der Wahl der Waffen. Schließlich schoss ich (in dieser Reihenfolge) aus einem AK-47, einem Colt AR-15 und einer Colt .45er. Insgesamt hat mich das unwesentlich mehr als der Eintritt in einen der austauschbaren New Yorker Nachtclubs gekostet. Ein Stück amerikanische Lebensart, abseits der üblichen Touristenpfade. Kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.

From my cold, dead hands...

Wer sich auch ein solches Gewehr für den Hausgebrauch zulegen möchte, kann das in diesem Teleshop tun.



Auf dem Heimweg legte ich noch einen Zwischenstopp bei einem der zahlreichen Fabrikverkaufszentren ein und konnte einen guten Schnitt bei zwei Brooks Brothers Hemden machen.

Insgesamt ein Tag, der zu gleichen Teilen aus Vorausplanung und Spontaneität bestand und daher nahezu perfekt war.

Donnerstag, 1. November 2007

Reebok Service

Guter Service muss gewürdigt werden. Habe heute im Reebok-Laden in der Franklin Mills Mall meine vor 6 Wochen gekauften Turnschuhe umtauschen lassen, weil sich die Ösen der Schnürsenkel schon etwas abgelöst hatten. Der Umtausch ging sehr schnell und völlig problemlos von statten. Jetzt besitze ich wieder ein paar strahlend weißer Schuhe. Großes Lob an das freundliche und hilfsbereite Personal dort.

Halloween

Zum Halloweenfest begaben wir uns wieder in das Pandemonium des Großstadtdschungels nach New York City. Dort schauten wir uns eine eindrucksvolle Parade entlang der sechsten Avenue an. In der Stadt selbst war es an diesem Abend brechend voll, außerordentlich viele verkleidete Leute in teilweise sehr aufwendigen und einfallsreichen Kostümen. Nach der Parade ging es noch in einen Club im West Village (Bar 13, vom Aufbau her ähnlich dem Nürnberger Stars and Stairs). Trotz Dresscode "verkleidet" genügte mir eine Frankenstein-Maske aus dem Wal-Mart, um in das Etablissement zu kommen. Bei ganz guter Musik feierten wir noch einige Stunden.

Glücklicherweise konnte ich am nächsten Morgen etwas später mit der Arbeit beginnen.